Zur Geschichte der Städtischen BOS Wirtschaft München

Die Städtische BOS Wirtschaft wurde als erste Berufsoberschule dieser Ausbildungsrichtung auf Initiative der Stadt München im Jahre 1971 gegründet. Hintergrund ist die Diskussion der 60er Jahre um die Reform des Bildungswesens

Über die BOS sollte zuvorderst über einen relativ kurzen Weg vom Beruf zur Hochschule einem Mangel an Lehrkräften im beruflichen Schulwesen abgeholfen werden - deshalb das Ziel der "Fachgebundenen Hochschulreife", deshalb die Aufgliederung in die Ausbildungsrichtungen "Technik", "Wirtschaft", "Soziales" und "Agrarwirtschaft". In der Stadt München ergänzten sich eine damals erkennbare progressive Bildungspolitik und das Interesse der Städtischen Berufsbildungszentren (BBZ) an einer Aufwertung des beruflichen Schulwesens durch die Gründung einer eigenen Oberstufe. 1988/89 wurden die Münchner Berufsoberschulen aus den Berufsbildungszentren herausgelöst und selbstständige städtische Bildungseinrichtungen.

Der Bildungsinitiative der Stadt München mit der Marke "BOS" schlossen sich noch in den 70er Jahren andere bayerische Kommunen und auch der Freistaat Bayern als Träger von Berufsoberschulen an. Bis in die 1990er Jahre wurde die Berufoberschule als zweijährige Oberstufe mit Abschluss "Fachgebundene Hochschulreife", bzw. "Allgemeine Hochschulreife" geführt. Nach mehrheitlicher Meinung und in der Erfahrung der Beteiligten war diese zweijährige Oberstufe auf der Basis der beruflichen Ausbildung ein herausragendes und erfolgreiches Modell zur Erreichung der Studierfähigkeit. Insbesondere ermöglichte dieser Schultyp innovative Lehr- und Lernformen. In der BOS entwickelte Initiativen, fächerübergreifender Unterricht, projektorientierter Unterricht, fanden überregionale Beachtung.

Nach einem "Schulversuch" auf Initiative des Kultusministeriums (ab 1990) wurden die Strukturen mit dem Ziel geändert, bereits nach dem ersten Jahr die Fachhochschulreife erwerben zu können. Das bedeutete eine zusätzliche Abschlussprüfung, und zwar bereits nach dem ersten Schuljahr. Zur Begründung wurde der vermehrte Bedarf an Fachhochschulabsolventen angegeben. Die Abschlussprüfung in der zweiten Fremdsprache zum Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife entfiel zugunsten der Bescheinigung eines entsprechenden "erfolgreichen Schulbesuches". In der Stundentafel wurde der allgemeinbildende Bereich beschnitten. Diese prüfungs- und abschlussorientierte zweistufige BOS besteht als Regeleinrichtung seit Mitte der 1990er Jahre. Gleichzeitig wurde die bis dahin bestehende zweijährige Berufsaufbauschule, die den Mittleren Bildungsabschluss verlieh, abgeschafft. Der Zugang von qualifizierten Hauptschülern zur Oberstufe und über diese zur Hochschulreife erfolgt seitdem in der Regel über die 11. Klasse (sog. Vorklassen) der BOS.

Die Städtische BOS Wirtschaft wuchs in den 90er Jahren auf bis zu 25 Klassen im Schuljahr. Dieser Entwicklung steuerte die Stadt München entgegen. Die Schule wurde zu einer jährlichen Abschmelzung der Klassenzahlen verpflichtet. Nach der neuen "Satzung über die Zulassung zur Städtischen Berufsoberschule Ausbildungsrichtung Wirtschaft" darf die Schule ab 2007 je Schuljahr "ein(en) Vorkurs, zwei Vorklassen und acht Klassen der 12. Jahrgangsstufe in Vollzeitform (...), ferner eine Klasse der 12. Jahrgangsstufe in Teilzeitform" bilden. Die Zahl der 13. Klassen richtet sich "nach der Zahl der Schülerinnen/Schüler, welche die 12. Jahrgangsstufe der Städtischen Berufsoberschule für Wirtschaft bereits besuchen und ihre Schullaufbahn in der 13. Jahrgangsstufe fortsetzen wollen.

Seit dem Schuljahr 2012/13 bietet unsere Schule in Zusammenarbeit mit der Fa. BMW und der Berufsschule für Bürokommunikation und Industriekaufleute einen dualen Ausbildungsgang an, der zum Abschluss des „Industriekaufmanns“ führt und gleichzeitig die Fachhochschulreife vermittelt.

Ab dem Schuljahr 2015/16 gibt es an der Städt. BOS Wirtschaft als Schulversuch die neue Ausbildungsrichtung „Internationale Wirtschaft“ (IW) .

Ab dem Schuljahr 2015/16 befindet sich die Städt. BOs-Wirtschaft in einem neuen Schugebäude.  An der Nordhaide ist ein neues Schulzentrum mit drei Schulen entstanden. Die Städtische  Berufsoberschule für Wirtschaft, die Städtische Fachoberschule für Wirtschaft und die Fachakademie für Heilpädagogik haben dort ihre neuen Räume bezogen.

Angrenzend an die Wohnsiedlung Nordhaide ist an der Schleißheimerstraße ein neues Schulzentrum für 1400 Schüler entstanden. Das Gelände befindet sich nördlich der Dülferstraße. Westlich ist es begrenzt durch die Schleißheimerstraße, dahinter folgt das Naturschutzgebiet der ehemaligen Panzerwiese. Das Gebäude besteht aus zwei ineinander verschränkten Baukörpern. Ein fünfgeschossiger Trakt besteht zur Schleißheimerstraße hin, ein viergeschossiger zur Wohnbebauung hin. Eine Tiefgarage bietet Platz für 93 Stellplätze. Die Dreifachturnhalle ist zusätzlich mit einer Zuschauertribüne für 200 Personen versehen. Mit der Halle und zusätzlichen Freisportflächen wird die Sport-Infrastruktur verbessert und die Bedürfnisse des Vereins- und Breitensports besser abgedeckt.

Mit 790 Schülern ist die FOS der größte Bereich, die BOS hat rund 550 Schüler. Die Fachakademie hat zwei Klassen und insgesamt rund 50 Schüler.
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